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Allheilmittel Tageslichtlampe?

By admin • Nov 24th, 2010 • Category: Allgemein, Gesundheit

„Bin ich nur müde oder ist das schon die erste zarte Novemberdepression?“, fragt sich die Berliner Sängerin Christiane Rösinger in ihrem neuen Lied „Desillusion“.

Was auch immer es sein mag, die wunderbare Welt der alternativen Medizin verspricht Linderung: Tageslichtlampen, auch bekannt als Vollspektrumlampen oder Biolicht, sollen bei jahreszeitbedingten Beschwerden und vielen anderen seelischen und körperlichen Wehwehchen helfen. Technikkonzern Philips hat mit Energy Light eines der so genannten Lichttherapiegeräte für den Heimgebrauch im Angebot und wirbt mit dem Spruch: „Fühlen Sie sich voller Energie wie an einem sonnigen Tag.“ Ärzte lassen sich den Trend nicht entgehen und bieten in ihren Praxen die Tageslichttherapie gegen so unterschiedliche Beschwerden wie Schlafstörungen, das prämenstruelle Syndrom oder die Winterdepression mit der schönen Bezeichnung SAD an.

Fünf 30minütige Sitzungen sollen ausreichen, um gegen den Winterblues gewappnet zu sein und mehr Energie zu verspüren. Eine halbe Stunde lang setzt man sich dafür vor eine Lichtquelle, die mit einer Intensität von 10.000 Lux der Helligkeit von Tageslicht nahe kommt. Außerdem gibt Vollspektrumlicht das gesamte Spektrum des Sonnenlichts wieder.

Auf das Gehirn soll die Tageslichtdusche wirken wie ein Sonnenbad – und die sorgen bekanntlich für gute Laune. Darüber hinaus reguliert die Sonne unseren natürlichen chronobiologischen Rhythmus, der darüber bestimmt, wann wir uns müde fühlen oder wann wir Hunger haben: So stoppt die Sonne zum Beispiel die Produktion des als Schlafhormons bekannten Neurotransmitters Melatonin.

Kriegen Menschen nicht genug Sonne ab, wie zum Beispiel Schichtarbeiter oder Workaholics, die den ganzen Tag nur Neonröhren und das wenig heimelige Strahlen ihres Bildschirms zu Gesicht bekommen, kann das zu Beschwerden wie Tagesmüdigkeit führen. Dabei würde es schon ausreichen, wenn man eine halbe Stunde pro Tag spazieren ginge – selbst bei bewölktem Himmel! Aber besonders im Winter kommen wir oft in den wenigen hellen Stunden nicht dazu.

Gestern war ich bei meiner Ärztin. Im Wartezimmer bemerkte ich einen Aushang für die Lichttherapie mit allerhand vollmundigen Versprechen. Ein guter Köder für hypochondrisch veranlagte Patienten wie mich. Weil ich schlecht schlafe und mich seit der Zeitumstellung ständig müde fühle, habe ich die Ärztin gefragt, ob diese Therapie für mich in Frage käme. Sie schaute nachdenklich und sagte dann: „Ich weiß nicht, ob es nützt, aber schaden kann es nicht.“ Und dann fügte sie noch hinzu, dass es schließlich nur zehn Euro kosten und man schließlich oft gedankenlos größere Summen in Schuhe und Kosmetik investieren würde. Stimmt. Mit diesem Argument hat sie mich überzeugt. Am Montag starte ich meine Tageslichttherapie – und werde natürlich darüber berichten.

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